Bewahrung und Entwicklung

Häuser, Wohnungen, Gärten, Infrastruktur: Die Transformation der Maikäfersiedlung

Konzept

Was tun, wenn Wohnsiedlungen in die Jahre kommen, dringend nachverdichtet und modernisiert werden müssen? Die Maikäfersiedlung in München – ein über 12 Hektar großes Areal im Süden der Stadt – ist ein Musterbeispiel für die Umsetzung dieser städtebaulichen Herausforderung. In enger Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugesellschaft und den Mietern entstand in rund 10 Jahren ein lebendiges Stadtquartier, das sich durch seine Dichte und Vielfalt auszeichnet. Der städtebauliche Rahmenplan für die Siedlung von zillerplus Architekten legte die Basis für die Neustrukturierung und ihre Neubauten. Leitmotiv war dabei stets die Wohn- und Lebensqualität zu verbessern.

Ausgangslage der Planung war eine Wohnanlage aus den 1930er-Jahren, die sich durch kleine Nutzgärten auszeichnete. Die hohe Dichte an Maikäfern gab der Siedlung kurz nach der Fertigstellung ihren Namen. Mit dem neuen Masterplan, der im Wettbewerb 2006 prämiert wurde, sollte der Gartenstadtcharakter des Quartiers als eine herausragende Qualität beibehalten werden. Nur vier U-Bahnstationen vom Münchner Hauptbahnhof entfernt, entstand innerhalb einer Dekade ein dichtes, zentrumsnahes Wohnquartier, das durch seine Mischung aus verschiedenen Geschosswohnungsneubauten und Bestandsreihenhäusern, Freiflächen und verkehrsberuhigten Straßen einen eigenen Charakter erhält. An der Bad-Schachener-Straße säumt ein sechs Stockwerke hoher Eckneubau nach dem Entwurf von zillerplus Architekten den südlichen Rand des Wohnquartiers. Der hohe gelbe Baukörper schützt den Siedlungskern vor dem Verkehrslärm und verbessert die Infrastruktur durch Einzelhandelsflächen. Unter den verschiedenen Neubauten, die sich in einzelne Blöcke und Häuserzeilen gliedern und von verschiedenen Architekten entworfen wurden, liegen die Tiefgaragen der Bewohner. Die grünen Freiflächen zwischen den Häusern wurden beibehalten und für die Gemeinschaft geöffnet – sie bilden das lebendige Zentrum des Viertels.

Wer heute in die Maikäfersiedlung kommt, dem fallen die vielen Loggien, Terrassen, Balkone und Gärten auf, welche die Wohnungen auf die grünen Flächen öffnen. Trotz des gestiegenen Wohnflächenbedarfs gibt es heute genauso viele Bewohner in der Siedlung wie zu ihrer Entstehungszeit. Lebensqualität und urbane Dichte müssen sich nicht ausschließen. Manchmal finden sie zueinander und bilden eine stimmige Einheit.


Projektdaten:

Ort:

Bebauungsplan der neuen Maikäfersiedlung, München

mit Burkhardt Landschaftsarchitekten, München

Bauherr:

GWG - Städtische Wohnungsgesellschaft München mbH

Wettbewerb:

Wettbewerb 1. Preis, 2001

Fläche:

12,4 HA, BGF Wohnen 108.500 m², Gewerbe und Infrastruktur 3.500 m², 1.150 Wohneinheiten, GFZ 1,01

Leistung:

HOAI B-Plan LP 1-4