Grün, das Nachbarn schafft

Wohnen im Park: Eine unkonventionelle Lösung mit 14 Häusern im Isartal

Lageplan

Städtebaulicher und hochbaulicher Wettbewerb 2013

„Der Beitrag weist eine hohe Eigenständigkeit im Hinblick auf die städtebauliche Struktur und die Freiraumgestaltung auf. Locker angeordnete Einzelbaukörper gruppieren sich um 3 Gemeinschaftsflächen und bilden dabei überschaubare und dennoch miteinander vernetzte Einheiten. Die Freiflächen sind parkartig angelegt und lassen eine angenehme Offenheit und Transparenz erwarten … Die versetze Anordnung der privat nutzbaren Gartenbereichen bietet großzügige und relativ ungestörte Aufenthaltsqualität. Das Gesamtgebiet fügt sich trotz der ungewöhnlichen und in hohem Maße identitätsbildende Baustruktur sehr gut in die Umgebung ein und bereichert diese durch hohe Transparenz und Durchgrünung.

Die gut strukturierte Grundrisstypologie ist über die Geschosse durchgängig ausgebildet und lässt so eine wirtschaftliche Realisierbarkeit erwarten. Die teilweise schräg angeordneten Außenwände bilden individuelle Wohnungstypen und geben in Form der schräg ansteigenden Trauflinien den Baukörpern eine skulpturale Eleganz. … Positiv fällt auf, dass die Wohnzimmer konsequent 2- seitig orientiert an den Gebäudeecken liegen. …

Die Arbeit stellt einen überraschenden und positiven Beitrag zum genossenschaftlichen Wohnen dar, der seine besonderen Qualitäten in der Bildung von gemeinschaftsfördernden Einheiten und der außergewöhnlichen Baukörperkonfiguration in einer parkartigen Freifläche herausstellt.“ (Auszug Jurybeurteilung Wettbewerb vom 27.09.2013)

Konzept

Grün Wald Haus : Umformung Einzelhaus

Die Stärkung von genossenschaftlichem Wohnen ist ein zeitgemäßes Thema und so haben wir städtebaulich ein gemeinschafts- und identitätstiftendes Motiv gefunden. Die Gebäude liegen in dem autofreien Grundstück in einer landschaftlich geprägten Art und Weise, das gesamte Terrain wird so zum Gemeingut.

Ausgehend vom klassischen Bautypus des freistehenden Hauses mit Satteldach werden die Gebäude mit einfachen Mitteln zu einem kristallinen Gebäude – einer Villa – umgeformt. Diese kompakten Gebäude sind aus heutiger Sicht ökologisch sinnvoll umsetzbar und kommen dem genossenschaftlichen Gedanken und den Bauabschnitten in der Umsetzung entgegen.

 

Gestaltkonzept

Die Baukörperform in ihrer skulpturalen Eleganz präsentiert sich mit einer rauen Putzfassade und einem beigefarbenen Naturton. Durch die verschiedene Drehung der Häuser ist die Schattenwirkung auf dem Putz auf jedem Haus anders. Die Unterschiede der Gebäude erscheinen auch durch die Ausrichtung der schrägen Laibungen zur Sonne. Die Häuser werden so als Gemeinschaft bzw. Genossenschaft eindeutig erkannt, sind aber dennoch leicht unterschiedlich.

Es entsteht so ein subtiles Spiel mit einer bekannten Baukörperform in leicht abgewandelter Form, ebenso sind die Fensteröffnungen ein bekanntes Motiv mit einer leicht abgewandelten Proportion. Dieses Spiel mit Zitaten setzt sich in dem ziegelgedeckten Satteldach und in einer dezent angewandten Ornamentik von Putzbändern fort, welche die Fassadenflächen in verschiedenster Weise untergliedern.


Projektdaten

Ort:

Wohnbebauung nördlich der Oberhachinger Straße, München Grünwald

mit fischer heumann Landschaftsarchitekten, München

Bauherr:

Gemeinnützige Baugenossenschaft e.G.

Wettbewerb:

1. Preis, Hochbaulicher Realisierungs Wettbewerb 2013

Fläche:

1,8 HA, BGF 10.100m², Wohnfläche 9.371 m², 167 WE, 1 Gewerbeeinheit. KfW 55 Standard.

Bauzeit:

Bebauungsplan 2014/15, Genehmigung 2015, Baubeginn 2016

Leistung:

HOAI LP 1-9

Lageplan

Grundriss