Unsere Kompetenzen

Wir – Michael Ziller und sein Team – suchen in unseren Projekten kontinuierlich nach dem Mehrwert – dem „plus“, das über die pure Zweckerfüllung hinaus geht: das, was aus einem Gebäude oder einer städtebaulichen Situation einen Raum mit Charakter schafft. zillerplus verbindet damit für Bauherrn und Nutzer die Themen BAUKUNST mit RAUMKUNST und LEBENSKUNST.

zillerplus und BAUKUNST
Mit einer Idee mehr als erwartet, interpretieren wir die Architektur. Dabei hören wir zu und schaffen IHRE Lösung!

zillerplus und RAUMKUNST
Wir entwerfen Raum, den man nicht aufschließt, sondern Raum, der sich erschließt!

zillerplus und LEBENSKUNST
Wir schaffen ein Umfeld, das über die vier Wände hinaus geht. Hier wollen die Menschen leben, nicht nur wohnen oder arbeiten!

5 Fragen

von Sandra Hofmeister an Michael Ziller

Was macht das gemeinsame Wohnen zur Qualität – wie reagiert Ihre Architektur darauf?

Das gesamte Haus ist in meinen Augen eine große Wohnung, und die eigentlichen Wohnungen in diesem Haus sind individuelle Rückzugsbereiche. Mit dieser Grundidee kommt man zu einem Wohnkonzept, das verschiedene Funktionen aus dem rein privaten Wohnbereich ausgliedert und für die Gemeinschaft zugänglich macht – dies kann beispielsweise eine Bibliothek sein, eine Gästewohnung oder den Waschraum. Durch die Zusammenführung von Nutzungen auf Gemeinschaftsflächen, die mit kurzen Wegen erreichbar sind, entsteht zusätzliche Wohn- und Lebensqualität. Diese kann noch gesteigert werden, wenn Erdgeschoss und Dachflächen für die Bewohner geöffnet und attraktiv gestaltet werden. In dichten Stadtgebieten ist das Erdgeschoss ohnehin kaum bewohnbar – es ist Teil des Stadtraums und sollte auch als solches konzipiert sein. Alles in allem ist die Qualität des Wohnens in der Stadt eine Frage der Organisation, und hier spielt die Architektur eine maßgebliche Rolle, weil sie den Rahmen für wegweisende Lösungen vorgibt.

Welche Wohnformen brauchen wir, um für die Zukunft gerüstet zu sein?

Zunächst einmal brauchen wir vor allem vielfältige und unterschiedliche Wohnkonzepte. Schließlich ist die starre Standardplanung für eine Familie mit zwei Kindern heute für die Mehrheit der Bewohner nicht zutreffend. Hinzu kommt, dass sich der Flächenbedarf je nach Lebensetappe ändert – mal ist er größer, mal geringer. Wir müssen architektonische Konzepte entwickeln, die auf diesen Zusammenhang reagieren und den Menschen Optionen bieten, ihre Wohnsituation die jeweiligen Lebensumständen anzupassen. Wenn Wohneinheiten sorgfältig geplant sind, lässt sich auch die Wohnfläche pro Bewohner insgesamt reduzieren und gleichzeitig seine Qualität steigern. Dies gelingt jedoch nur, wenn verschiedene Funktionen der Wohnung, die nicht täglich genutzt werden, in kommunikativen Gemeinschaftszonen auslagert werden. Die Verdichtung in Städten gibt uns auch die Gelegenheit, mehr Wohnqualität zu schaffen.

Wachsende Bewohnerzahlen stellen viele Städte vor große Probleme im Wohnungsbau. Inwiefern ist diese Entwicklung eine Chance für die Architektur und den Städtebau?

In den letzten Jahren ist der Wohnungsbau zu einem zentralen politischen Thema geworden. Ich sehe das als Chance für eine intensive Auseinandersetzung mit Wohnungsbauprogrammen, Grundrisstypologien und dem urbanen Kontext. Letztlich müssen wir die strikte Funktionstrennung der Nachkriegsmoderne, die Wohnen, Arbeiten und Freizeit voneinander separiert hat, endlich überwinden. Auch bestehende Siedlungen und reine Wohnviertel brauchen eine stärkere Durchmischung mit Läden, Versorgungseinrichtungen und Kinderbetreuung, damit sich kurze Wege für alle Altersstufen ergeben. Insofern gibt uns die Sanierung des Bestands die Gelegenheit, Fehler aus der Vergangenheit zu korrigieren, und lebendige Wohnviertel zu schaffen.

Welche Bedeutung haben Ökologie und Ökonomie für Ihre Projekte?

Im Rahmen der „Case Study Houses“ der internationalen Bauausstellung Hamburg und der GBW Gruppe in München haben wir beispielgebende Modellhäuser für ein zukunftweisendes Energiekonzept und für nachhaltige Materialien gebaut. Der bedachte Umgang mit den vorhandenen Ressourcen hat meiner Meinung nach eine zentrale Rolle für die Zukunft des Wohnungsbaus. Es war mir wichtig, ökologische Gesichtspunkte auch nach ökonomischen Kriterien zu beurteilen und sämtliche Maßnahmen auf den Prüfstand zu stellen. Unser Ziel war, zwei Energieautarke Häuser zu bauen. Dies gelingt jedoch grundsätzlich nur, wenn wir das Haus nicht als separate Einheit verstehen, sondern als Baustein in einem quartierumfassenden Energienetzwerk. In ihm können die Energieüberschüsse und der Energiebedarf im Sommer wie im Winter abgegeben, gespeichert oder je nach Bedarf bezogen werden. Die lokale Gemeinschaft mit unterschiedlichen Nutzungen ist für Fragen der Energieversorgung ganz entscheidend. Zusätzlich können Autos und Fahrräder als Energiespeicher eingesetzt werden. Was die Materialien der beiden Projekte anbetrifft, so haben wir uns auf lokale Ressourcen beschränkt – auf Holz oder Ziegel. Die Materialien stammen aus der Region, beim Bau konnten wir das lokale Handwerk fördern.

Warum brauchen ökologische Ansätze mutige Innovationen und unkonventionelle Herangehensweisen?

Veränderungen sind zunächst immer mit Unsicherheiten verbunden. Hier sind mutige Bauherren und Architekten gefragt. Der Immobilienmarkt muss auf die Veränderungen der Gesellschaft reagieren – und wir brauchen architektonische Konzepte, die zukunftstaugliche Lösungsansätze vorschlagen. Gute Architektur kann dies leisten, wenn sie auf kompakte und dichte Gebäude mit vielfältigen Wohnformen setzt. Durch die gezielte Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Erholung erhält der urbane Raum entscheidende Qualitäten. Für mich sind Architektur und Städtebau in diesem Zusammenhang nicht durch Einzelprojekte definiert. Ich verstehe sie vielmehr als einen fortschreitenden Prozess.